branchly®
Demo buchen
Alle Beiträge
MarketingMarkus Linnenberg· 10 Min.

Website-Relaunch: erst Daten sammeln, dann Struktur festlegen

Website-Relaunch: erst Daten sammeln, dann Struktur festlegen

Für die Vorbereitung dieses Artikels haben wir die ersten Seiten von Google zu „website relaunch agentur" durchgesehen. Von 17 Agentur-Landingpages werben 12 mit „ohne Ranking-Verlust". Der Claim steht in fast jeder Headline. Und er beschreibt genau das Problem, das er lösen soll: Ein Ranking-Verlust entsteht selten durch ein neues Design, sondern durch Strukturentscheidungen, die ohne Query-Daten getroffen wurden.

Was ein Relaunch kostet, ist aus Erfahrung einigermaßen klar: mittelständische Unternehmen liegen zwischen 10.000 und 80.000 Euro und brauchen dafür zwei bis sechs Monate. Was er bringt, steht in keiner Kalkulation, weil die notwendige Datenbasis vor dem Projekt nicht existiert. Pages, Absprungraten und Verweildauer zeigen, was passiert ist, nicht was jemand gesucht hat.

Warum Relaunches Traffic verlieren, obwohl die neue Seite besser ist

Die neue Website ist sauberer, schneller, schöner. Und trotzdem fallen Sichtbarkeiten. Der Grund liegt fast immer eine Ebene unter dem Design.

URL-Zuordnung. Eine Themenseite mit Rankings wird zu zwei Seiten aufgeteilt, oder drei bestehende URLs landen auf einer neuen Sammelseite. Beides ist manchmal richtig, aber nur dann, wenn vorher klar ist, welche Query-Cluster an welcher URL hängen. Ohne diese Zuordnung entscheidet die neue Informationsarchitektur, welche Rankings verschwinden.

Intent-Zuordnung. Kategorieseiten und Ratgeberseiten können dieselbe Frage bedienen, aber sie erfüllen unterschiedliche Absichten. Wer nach Preisen sucht, will keine Anwendungsbeispiele. Wer eine Entscheidung vorbereitet, will keine Produktliste. Wenn die neue Struktur beide Absichten in einer URL zusammenlegt, verliert sie eine davon.

Interne Verlinkung. Das neue Menü lenkt Autorität in andere Bahnen. Seiten, die vorher durch interne Links getragen wurden, verlieren Anker und damit Positionen, ohne dass der Content sich geändert hat. Auch das ist klassisches SEO-Risiko beim Website-Relaunch, nicht ein Fehler des Designers.

SEO beim Website-Relaunch heißt deshalb zuerst: die bestehende Nachfrage kennen, bevor sich die Struktur ändert. Nicht Keywords in die neue Seite einbauen, sondern wissen, welche URL welche Nachfrage trägt.

Alle drei Punkte sind lösbar. Sie sind es nur nicht mit einem Briefing, das aus Workshops, Stakeholder-Interviews und Erfahrungswerten besteht.

Was dir vor dem Relaunch fehlt: nicht Traffic, sondern Fragen

Branchenüblich ist eine Datengrundlage aus klassischem Analytics: Seitenaufrufe, Sitzungsdauer, Absprungrate, Conversion-Rate, dazu die Suchbegriffe der internen Suche. Diese Zahlen sind nicht falsch, sie sind nur zu grob für eine Strukturentscheidung.

Sie sagen dir, dass eine Seite 12.000 Besucher hatte und 68 % abgesprungen sind. Sie sagen dir nicht, was diese 12.000 gesucht haben. Und die interne Suche hilft nur begrenzt: Sie zeigt Stichwörter von den Besuchern, die überhaupt ein Suchfeld benutzen, und nur die, die sich kurz fassen. Wer eine Frage in einem Satz formuliert, taucht in keinem Suchlog auf.

Genau diese Sätze entstehen in KI-Interaktionen. Auf Websites, die mit branchly arbeiten, erreichen wir 5 bis 10 % Interaktionsrate, wenn das Interface als Widget eingebunden ist, gegen 0,5 bis 1 % bei konventionellen Chat-Widgets. Wird das Interface direkt in die Seite integriert, steigt die Rate auf 45 bis 50 % (eigene Messung über 43 Mio. verarbeitete Sessions). Das sind Fragen in natürlicher Sprache, mit Kontext, Formulierung und Folgefrage.

Aus diesen Gesprächen entsteht eine Datenbasis, die eine Informationsarchitektur tragen kann: welche Themen gesucht werden, in welchen Formulierungen, welche Fragen unbeantwortet bleiben, welche Seiten die Nutzer selbst nicht finden. Für ein Relaunch-Briefing ist das der Unterschied zwischen „Kategorieseiten sind wichtig" und „diese 40 Fragen laufen heute auf vier verschiedenen URLs auf, und drei davon sind überflüssig".

Gefühl statt Daten: das eigentliche Steuerungsproblem

Es gibt einen zweiten Grund, warum Relaunch-Projekte in die falsche Richtung laufen, und er hat nichts mit SEO zu tun.

Wer keinen Zugriff auf das eigene Datenfundament hat, steuert das Projekt über Eindrücke. Jede Anpassung ist ein Ticket an eine externe Agentur, wird nach Aufwand abgerechnet und kommt Wochen später. Nach dem dritten Durchlauf hört man auf, Änderungen zu priorisieren, und beginnt zu akzeptieren, was geliefert wurde. Das ist keine Kritik an Agenturen, sondern an einer Konstellation, in der Marketing die Wirkung verantwortet, aber die Daten und die Kontrolle nicht hat.

Zwei Mechanismen halten das Problem am Leben: Der Vorher-Zustand ist nicht gemessen, also ist der Nachher-Zustand nicht bewertbar. Und jede Iteration kostet Zeit und Geld, also wird weniger iteriert, als nötig wäre.

Ein Layer auf der Website verändert diese Konstellation, weil Marketing die Texte, die Tonalität und die Priorisierung im Dashboard selbst setzt und Änderungen sofort sehen kann. Das ist derselbe Vorteil, den eine Agentur mit internem Team hätte. Er kommt nur ohne neue Abstimmungsschleife.

Sequencing: Relaunch mit Daten statt gegen sie

Die Entscheidung ist nicht „Relaunch oder KI-Layer". Sie ist eine Frage der Reihenfolge. Wer den Website Relaunch in diesem Jahr plant, kann die Datenbasis dafür trotzdem schon aufbauen.

Ein Relaunch braucht im Mittelstand zwei bis sechs Monate, bevor die erste neue Seite live geht. Ein KI-Layer auf der bestehenden Website ist deutlich schneller einsatzbereit, und die ersten Intent-Daten liegen vor, während das Relaunch-Projekt noch in der Konzeptionsphase ist. Damit wird die neue Informationsarchitektur gegen reale Query-Cluster gemappt statt gegen Annahmen. Die Agentur arbeitet weiter, aber mit belastbarem Material: welche URLs welche Nachfrage tragen, welche Themen fehlen, welche Seiten nur noch aus Gewohnheit existieren.

Zwei Nebeneffekte, die in Angeboten selten auftauchen:

Das Risiko sinkt. Rankingverluste entstehen meist dort, wo URL- und Intent-Zuordnung unverstanden war. Vorher-Daten machen genau diese Fläche sichtbar, bevor umgezogen wird.

Die Entscheidung wird überprüfbar. Nach zwei Quartalen mit echten Fragen weißt du, ob der Relaunch überhaupt nötig ist, und wenn ja, in welchem Umfang. Die Antwort ist häufiger als erwartet „deutlich kleiner als gedacht": drei Kernseiten neu strukturieren, den Rest aufräumen.

Was kostet ein Website-Relaunch, was kostet der KI-Layer?

Was kostet ein Website-Relaunch?

Branchenüblich sind für mittelständische Unternehmen 10.000 bis 80.000 Euro, bei zwei bis sechs Monaten Projektlaufzeit. Ein Homepage-Relaunch allein liegt am unteren Rand dieser Spanne. Nach oben offen ist sie bei Unternehmen, die zugleich CMS, Shop, mehrere Sprachversionen und Markenarchitektur umbauen. Nach unten deutlich billiger wird es nur bei sehr kleinen Websites, für die sich das Projekt dann oft gar nicht lohnt. Interne Ressourcen laufen über die gesamte Laufzeit mit. Jede Anpassung nach Abnahme ist eine neue Position im Angebot.

Was kostet der KI-Layer?

Der Einstieg beginnt bei 1.000 Euro pro Monat (Starter). Professional kostet 2.000 Euro pro Monat plus 2.500 Euro Setup einmalig. Enthalten sind alle Interfaces, die Optimierungs-Engine, Topic- und Intent-Klassifikation, 130 Sprachen, WCAG-Konformität sowie DSGVO- und EU-AI-Act-Anforderungen, gehostet in EU-Rechenzentren. Zusätzliche Sessions werden transparent abgerechnet, bei Professional mit 0,20 Euro, statt über Token-Budgets, die niemand vorhersehen kann. Mindestlaufzeit 12 Monate.

Was ist günstiger?

Der Vergleich läuft über die Monatsposition, nicht über eine Gesamtsumme: ab 1.000 Euro pro Monat beim Layer gegen 10.000 bis 80.000 Euro Projektkosten beim Relaunch. Pauschal billiger ist der Layer damit nicht, ein kleiner Relaunch kann günstiger sein als ein Jahr Layer. Der Unterschied liegt in der Verteilung: Der Layer liefert jeden Monat einen überprüfbaren Output, während beim Relaunch die Kosten nach vorne gehen und das Ergebnis nach dem Livegang bewertet wird. Wer auf die reine Summe schaut, kann sich die Rechnung also nicht schönreden. Wer auf die Steuerbarkeit schaut, sieht zwei verschiedene Dinge: eine Betriebsausgabe mit monatlichem Output gegen ein Projekt, dessen Umfang vor dem Start nicht feststeht.

Gerade für den Mittelstand ist das der relevante Punkt: Ein Projekt mit unbestimmtem Ende konkurriert intern gegen mehrere Budgets. Eine monatliche Position, die Support-Anfragen reduziert und die Conversion auf bestehendem Traffic erhöht, ist leichter zu rechtfertigen und jederzeit überprüfbar.

Wann der Layer den Relaunch nicht ersetzt

Diese Grenze gehört in jede ehrliche Betrachtung, sonst hält der Ansatz dem ersten IT-Termin nicht stand.

Technisches Fundament. Ein CMS, das seit Jahren keine Updates bekommt, brüchige Templates oder Ladezeiten, die auf Mobilgeräten Besucher verlieren, sind ein technisches Projekt. Ein Layer auf einer Website, die bei Core Web Vitals durchfällt, löst nicht das Problem, das Google und die Nutzer tatsächlich sehen.

Barrierefreiheit auf Seitenebene. Die Interfaces selbst sind WCAG-konform, inklusive Tastaturnavigation und Screenreader-Unterstützung. Das ersetzt aber keine barrierearmen Seiten: Kontraste, Formulare und Fokuszustände der Website bleiben Aufgabe des Frontends. Die BFSG-Pflicht seit Juni 2025 erfüllt sich nicht durch ein Chatfenster.

Kein Content. Wenn Inhalte fehlen, kann der Layer sie nicht finden. Er organisiert und macht zugänglich, was vorhanden ist, und der Optimizer kann FAQs und Artikel aus Besucherfragen generieren. Aus drei dünnen Seiten werden keine 300.

Bereits beschlossener Relaunch. Dann ist der Layer kein Ersatz, sondern das Werkzeug für das Briefing. Auch das ist ein legitimer Einstieg.

Die Branchly-Sicht: nach sechs Monaten weißt du, was zu tun ist

Unser Argument ist nicht, dass Relaunches überflüssig sind. Es ist, dass über die Hälfte davon auf Basis von Annahmen beauftragt wird, die man für einen Bruchteil des Projektbudgets empirisch klären könnte.

Nach zwei Quartalen mit einem KI-Layer liegen typischerweise vor: geclusterte Besucherfragen, Themen, die übermäßig oft unbeantwortet bleiben, Seiten mit Intent, aber ohne passende Antwort. Bei der KI-Optimierung der Website gilt derselbe Grundsatz wie bei der Struktur: erst messen, dann umbauen. Wer diese Liste hat, trifft die Entscheidung über die neue Informationsarchitektur mit Belegen statt mit Gefühl, und kann dem Vorstand zeigen, warum welche Seiten verschwinden. Punkt 3 des Relaunch-Angebots, die Nacharbeiten, wird kürzer.

Wer sehen will, wie sich Fragen, Suchbegriffe und Inhalte auf der eigenen Website tatsächlich verteilen, findet den Einstieg unter KI-Chatbot für die Website. Eine Landingpage-Sektion reicht oft nicht, um über den Relaunch zu entscheiden. Aber zwei Quartale Daten reichen.

FAQ

Was kostet ein Website-Relaunch?

Für mittelständische Unternehmen liegt die Spanne branchenüblich bei 10.000 bis 80.000 Euro. Nach oben wächst sie, wenn CMS, Shop, mehrere Sprachversionen und Markenarchitektur gleichzeitig umgebaut werden. Dazu kommen interne Ressourcen über die ganze Projektlaufzeit sowie jede Anpassung nach der Abnahme als eigene Angebotsposition.

Wie lange dauert ein Relaunch?

Zwei bis sechs Monate im Mittelstand, von der Konzeption bis zur ersten live gegangenen Seite. Was in dieser Zahl nicht enthalten ist: Content-Neuerstellung, Übersetzungen, Redirect-Mapping und die Phase nach dem Livegang, in der Rankings und Fehler kontrolliert werden.

Verliert man bei einem Relaunch Rankings?

Nicht wegen des Designs. Verluste entstehen dort, wo URL- und Intent-Zuordnung ohne Query-Daten entschieden wurden: Themenseiten werden aufgeteilt, URLs zusammengelegt, interne Verlinkung umgehängt. Wer vorher weiß, welche Nachfrage an welcher URL hängt, kann diese Fläche beim Umbau absichern.

Ersetzt ein KI-Layer den Relaunch?

Ein KI-Layer ersetzt den Relaunch nicht pauschal. Er ersetzt die Entscheidung auf Basis von Annahmen. Technisches Fundament, Ladezeiten, CMS-Zustand und barrierearme Seiten bleiben Projekte der Website selbst. Die Frage, welche Seiten welche Aufgabe haben, lässt sich dagegen mit echten Besucherfragen deutlich präziser beantworten.

Wie schnell liefert der KI-Layer verwertbare Daten?

Erste Fragen und Muster sind in den ersten Tagen sichtbar, weil Besucher sofort in natürlicher Sprache formulieren. Belastbare Intent-Cluster für eine Informationsarchitektur entstehen nach sechs bis zwölf Wochen, eine tragfähige Entscheidungsgrundlage nach zwei Quartalen. Der Aufwand beim Start liegt bei der Anbindung der Datenquellen und der Abstimmung von Tonalität und Grenzfällen, nicht bei der Entwicklung.

Wann ist der Relaunch trotzdem der erste Schritt?

Wenn das Fundament marode ist: ein CMS ohne Updates, Ladezeiten, die auf Mobilgeräten Besucher verlieren, oder Seiten, die die BFSG-Anforderungen nicht erfüllen. In diesen Fällen löst ein Layer auf der Website nicht das Problem, das Nutzer und Suchmaschinen sehen. Der Relaunch kommt zuerst, die Datenerhebung läuft parallel.

Verwandte Begriffe

Weitere Beiträge